Das THEralution® Ernährungskonzept
THEralution® Ernährungskonzept
Die THEralution® Ernährungsempfehlungen schließen neben vielen Elementen der Low-FODMAP-Diät auch die Reduzierung von Zucker und Vermeidung von glutenhaltigen Produkten ein. In einer ersten Phase werden Nahrungsmittel vermieden, die die bereits angegriffene Darmschleimhaut weiter reizen könnten. Anschließend unterstützt THEralution® dabei, langfristig eine ballaststoffreiche und zuckerarme Ernährung sowie fermentierte Lebensmittel zu etablieren.
Low-FODMAP
Das THEralution®-Ernährungskonzept basiert auf der Low-FODMAP-Diät, die auch in der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom empfohlen wird6. FODMAP steht für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole – eine Gruppe schwer verdaulicher, kurzkettiger Kohlenhydrate, die zu einer vermehrten Flüssigkeits- und Gasansammlung im Dünn- und Dickdarm führen und Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen verursachen können30. Im Rahmen der Diät werden FODMAP-reiche Lebensmittel durch FODMAP-arme Alternativen ersetzt, wie etwa fructosehaltiges Obst und Gemüse, laktosehaltige Milchprodukte oder bestimmte Süßstoffe.
Zucker
THEralution® empfiehlt, in der ersten Phase den Zuckerkonsum auf 25 g pro Tag zu reduzieren, um Entzündungen zu verlangsamen und die Darmschleimhaut zu schützen. Dies betrifft auch Saccharose und Glukose, die nicht als FODMAPs gelistet sind. Studien zeigen, dass zu viel Zucker die Darmmikrobiota stören, die Integrität der Darmbarriere schwächen und die Vermehrung von pathogenen Bakterien wie Akkermansia muciniphila fördern kann, was die Schleimschicht abbaut31-33. Zudem beeinträchtigt eine zuckerreiche Ernährung die Regenerationsfähigkeit der Darmstammzellen und behindert Reparaturprozesse im Darm34.
Gluten
Gluten, ein Eiweiß, das in vielen Getreidearten wie Weizen, Roggen, Gerste oder auch Dinkel vorkommt, spielt hierbei eine große Rolle. Glutenmoleküle setzten sich aus Proteinen der Gruppen der Glutenine und der Gliadine oder anderer Prolamine zusammen 35. Insbesondere die Gliadine werden als Antigene für die Entwicklung einer Zöliakie, aber auch einer nicht-Zöliakie Glutensensitivität verantwortlich gemacht 36. Man geht davon aus, dass dies insbesondere durch den hohen Prolin- und Glutamingehalt des Proteins bedingt wird, der dazu führt, dass das Gliadinprotein von den menschlichen Verdauungsenzymen nicht vollständig aufgespalten werden kann. Abbauprodukte der Gliadine können so mit der Darmwand in Verbindung kommen, diese reizen und Entzündungen hervorrufen 36. Der Verzicht auf glutenhaltige Getreide führte in Studien bei einem Teil der RDS-Patientinnen und Patienten zu einer signifikanten Beschwerdeverbesserung 13-17.
Ballaststoffe
Ballaststoffe sind eine vielfältige Gruppe unverdaulicher Nahrungsbestandteile, meist bestehend aus langkettigen Kohlenhydraten. Sie lassen sich in lösliche, wie Pektin, und unlösliche, wie Cellulose, unterteilen. Im Dünndarm werden sie nicht enzymatisch abgebaut und gelangen unverändert ins Kolon, wo sie von Darmbakterien zersetzt werden. Ballaststoffe haben zahlreiche positive Effekte, wirken präbiotisch und können bei Reizdarm-Patienten die Stuhlkonsistenz regulieren6.
Fermentierte Lebensmittel
Fermentierte Lebensmittel entstehen durch mikrobielle Gärung durch Bakterien oder Hefen, was ihre Verträglichkeit erhöht. Während der Fermentation werden nicht nur potenziell reizende Stoffe abgebaut, sondern auch wertvolle Substanzen wie Spermidin gebildet, die entzündungshemmend wirken, die Zellerneuerung fördern und gefäßerweiternd sein können37. Besonders bei Reizdarmsyndrom haben fermentierte Lebensmittel klinische Relevanz, da sie das Mikrobiom positiv beeinflussen und Symptome lindern können38.
Unterstützung der Ernährungsumstellung
Bei der Ernährungsumstellung ist eine Unterstützung der Patientinnen und Patienten wichtig. Wir haben daher das THEralution®-Ernährungsbuch sowie die THEralution®-App entwickelt. Diese begleiten Patientinnen und Patienten im Alltag und geben Orientierung bei der Umsetzung der Ernährungsempfehlungen.